MikroRNA · Bluttest · Primärdiagnose · Nachsorge

M371 – ein Bluttest bei Hodenkrebs

M371 ist ein Bluttest auf Basis der microRNA miR-371a-3p. Er kann bei der Primärdiagnose testikulärer Keimzelltumoren unterstützend eingesetzt werden und begleitet die Nachsorge nach einer Behandlung.

M371 ersetzt keine ärztliche Beurteilung. Er muss immer im medizinischen Gesamtbild eingeordnet werden.

M371 auf einen Blick

M371 kurz erklärt

M371 ist ein zugelassener Bluttest, der eine tumorspezifische microRNA im Blut nachweist. Die DHS führt die Laboranalyse durch und ordnet den Test fachlich ein.

MARKER

miR-371a-3p

MikroRNAs sind kleine RNA-Moleküle, die Gene regulieren. Die miR-371a-3p wird von Seminomen und Nichtseminomen gebildet und in das Blut freigesetzt, nicht jedoch von ausgereiften Teratomen. Sie bildet die Grundlage des M371-Tests.

LABORANALYSE

Blutprobe und qPCR

Die mittels quantitativer PCR (qPCR) bestimmten Ct-Werte sowie der daraus berechnete relative Quantifizierungswert (RQ-Wert) bilden die Grundlage für die Interpretation des Testergebnisses.

INTERPRETATION

Primärdiagnose und Nachsorge

Bei der Primärdiagnose deuten RQ-Werte von ≥ 10 auf eine hohe Tumorwahrscheinlichkeit hin. In der Nachsorge spricht ein RQ-Wert von ≥ 15 für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs. Daher ist es wichtig, den RQ-Wert immer im jeweiligen klinischen Kontext zu interpretieren.

Zusätzliche Informationen durch M371

Wann kann der M371-Test sinnvoll sein?

Der M371-Test kann in verschiedenen Phasen der Diagnostik und Nachsorge von Hodenkrebs (mit Ausnahme von Teratomen) zusätzliche Informationen liefern. Die wissenschaftliche Evidenz ist insbesondere für die Primärdiagnose, die Abschätzung der Tumorlast sowie das Therapiemonitoring sehr gut belegt.

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Primärdiagnose

Bei Verdacht auf einen Keimzelltumor des Hodens kann M371 die diagnostische Abklärung unterstützen. Studien zeigen eine hohe Sensitivität und Spezifität für Seminome und Nichtseminome, wodurch er klassische Tumormarker wie AFP, β-hCG und LDH ergänzen kann.
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Einschätzung von Tumorlast und Krankheitsstadium

Die Höhe des M371-Wertes korreliert mit der Tumormasse und dem klinischen Stadium der Erkrankung. Dadurch kann der Test zusätzliche Informationen zur Risikoeinschätzung liefern.

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Therapiemonitoring

Während und nach einer Behandlung können Veränderungen der M371-Spiegel das Ansprechen auf die Therapie widerspiegeln. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit reagiert der Marker deutlich schneller als klassische Tumormarker.

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Nachsorge und Rezidivüberwachung

Mehrere Studien zeigen, dass M371 Rezidive frühzeitig erkennen kann. Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Marker zukünftig eine wichtige Rolle in der Überwachung von Patienten nach abgeschlossener Behandlung spielen könnte.

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Beurteilung von Resttumoren nach Chemotherapie

In bestimmten Situationen kann M371 helfen, zwischen aktivem Tumorgewebe und Narben- bzw. Fibrosegewebe zu unterscheiden. Eine wichtige Einschränkung besteht jedoch bei reifen Teratomen, da diese den Marker in der Regel nicht exprimieren.

Hinweis: Der M371-Test ist ein ergänzendes diagnostisches Verfahren. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt stets im Zusammenhang mit der klinischen Untersuchung, bildgebenden Verfahren und weiteren Laborbefunden.

Ablauf

So funktioniert es

Der Weg zur M371-Analyse ist einfach und unkompliziert. Sie können die Blutentnahme entweder direkt bei uns in Berlin oder bei Ihrem behandelnden Arzt durchführen lassen.

01

Blutabnahme bei der DHS anfragen oder Set bestellen

Die entnommene Blutprobe muss schnell bearbeitet und das Blutserum eingefroren werden. Das stellt eine gewisse logistische Herausforderung dar.

Sie können die Blutentnahme nach vorheriger Terminbestätigung direkt bei der DHS in Berlin durchführen lassen. Alternativ bestellen Sie ein Blutabnahme-Set für die Entnahme und Probenaufbereitung in einer geeigneten Arztpraxis.

M371-Blutabnahmetermin anfragenBlutabnahme-Set bestellen

Die Terminanfrage ist unverbindlich. Die Bestätigung erhalten Sie separat per E-Mail.

02

Blutentnahme

Die Blutentnahme erfolgt durch medizinisches Fachpersonal. Bei einer Entnahme in einer Arztpraxis ist es wichtig, dass die vorgegebenen präanalytischen Anforderungen eingehalten werden. Hierzu sollte die Praxis über eine Zentrifuge verfügen, um das Serum von den zellulären Blutbestandteilen zu trennen.
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Probe einsenden

Das abzentrifugierte Serum wird gefroren und per Express-Sendung an unser Labor geschickt. Dazu müssen die Kühlakkus einen Tag vor der Blutabnahme im Gefrierschrank gelagert werden.

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Analyse im DHS-Labor

Nach Eingang der Probe erfolgt die Analyse des Biomarkers miR-371a-3p mittels standardisierter molekularbiologischer Verfahren unter kontrollierten Qualitätsbedingungen.

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Befund erhalten

Nach Abschluss der Untersuchung erhalten Sie bzw. Ihr behandelnder Arzt einen ärztlich validierten Befund. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt immer im Zusammenhang mit den klinischen Befunden und weiteren diagnostischen Untersuchungen.

Fachlicher Hintergrund

Wissenschaftlicher Hintergrund und Methodik

Für die Analyse verwendet DHS den CE-IVD- bzw. IVDR-zertifizierten M371-Test der mir|detect GmbH (Bremerhaven, Deutschland). Das Testsystem wurde speziell für den Nachweis von miR-371a-3p bei testikulären Keimzelltumoren entwickelt und in mehreren klinischen Studien mit Hunderten Patienten untersucht.

Blutentnahme für den M371-Test – Serumprobe für die Laboranalyse bei DHS

miR-371a-3p als Marker

Gemessen wird die Konzentration der microRNA miR-371a-3p. Zur Qualitätssicherung erfolgt die Auswertung in Relation zu einer Referenz-microRNA. Das Ergebnis wird als relative Quantität (RQ) angegeben und von erfahrenen Laborärzten bewertet.

Analyse bei der DHS

Die Untersuchung wird in unserem Labor unter standardisierten Qualitätsbedingungen durchgeführt. Besonderer Wert wird auf die Einhaltung der präanalytischen Anforderungen, die Probenqualität sowie die fachgerechte Auswertung der Ergebnisse gelegt. Der M371-Test stellt eine moderne Ergänzung zu klassischen Tumormarkern wie AFP, β-hCG und LDH dar und kann insbesondere bei markernegativen Seminomen und Nichtseminomen zusätzliche diagnostische Informationen liefern.

Studienbasis und wissenschaftlicher Stand

Die wissenschaftliche Grundlage des Tests reicht bis in das Jahr 2006 zurück. In den folgenden Jahren bestätigten zahlreiche klinische Studien den diagnostischen Nutzen von miR-371a-3p für die Diagnose, Verlaufskontrolle und Nachsorge von Hodenkrebs. Allerdings wurde der Test bisher nicht in deutsche Leitlinien aufgenommen, weshalb die Analyse aktuell noch eine Selbstzahlerleistung ist.

Orientierung

An wen richten sich diese Informationen?

Je nach Situation und Fragestellung unterscheiden sich die Informationen, die für Sie relevant sind.

FÜR PATIENTEN

Antworten auf häufige Fragen

Noch offene Fragen? Werfen Sie einen Blick in unseren FAQ-Bereich. Dort haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zum M371-Test für Sie zusammengestellt.

FÜR ÄRZTE UND PRAXEN

Medizinische Fachinformationen

Sie sind Ärztin oder Arzt? Für medizinisches Fachpersonal steht eine eigene Informationsseite zur Verfügung. Dort finden Sie weiterführende Informationen zur diagnostischen Einordnung, wissenschaftlichen Evidenz, Präanalytik, Probenlogistik und Ergebnisübermittlung.

Für Patienten

Häufige Fragen zum M371-Test

Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen. Fachliche Details zu Methodik, Laborablauf und klinischer Einordnung finden Sie auf der Ärzteseite.

Blutprobe im Laborumfeld – Laboranalyse bei DHS

Ja. Reife Teratome exprimieren den Biomarker miR-371a-3p in der Regel nicht. Deshalb kann ein negativer Test ein Teratom nicht sicher ausschließen.

Die klassischen Tumormarker AFP, β-HCG und LDH sind bei Hodenkrebs nicht in allen Fällen erhöht. Der M371-Test basiert auf dem Nachweis der tumorspezifischen microRNA miR-371a-3p und kann zusätzliche diagnostische Informationen liefern. Studien zeigen insbesondere bei Seminomen eine deutlich höhere Nachweisrate im Vergleich zu den klassischen Tumormarkern.

Ja. Sie können direkt über unseren Webshop ein Blutabnahme-Set bestellen oder einen Termin zur Blutentnahme in unserem DHS-Standort in Berlin vereinbaren. Die Blutentnahme außerhalb der DHS sollte ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal erfolgen. Die Anforderungen an die Präanalytik sind streng zu berücksichtigen. Die Interpretation des Testergebnisses sowie alle daraus resultierenden diagnostischen oder therapeutischen Entscheidungen sollten stets durch einen Arzt erfolgen.

Die Kosten für die M371-Analyse betragen derzeit insgesamt 460,00 Euro. Die Leistung ist gemäß § 4 Nr. 14 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Die Abrechnung erfolgt auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Der M371-Test ist derzeit in Deutschland grundsätzlich eine Selbstzahlerleistung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Bei privaten Krankenversicherungen ist eine Kostenübernahme u. U. möglich, kann jedoch nicht garantiert werden. Die Entscheidung bleibt stets eine Einzelfallentscheidung durch den jeweiligen Kostenträger. Die Abrechnung des M371-Tests erfolgt auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und erfüllt damit die formalen Voraussetzungen für eine mögliche Erstattung.

Die Blutentnahme kann nach vorheriger Terminbestätigung direkt bei der DHS in Berlin erfolgen. Hier können Sie Ihren Blutabnahmetermin unverbindlich anfragen. Alternativ kann die Blutentnahme bei Ihrem Hausarzt, Urologen oder einer anderen geeigneten Arztpraxis durchgeführt werden. Wir stellen dafür ein komplettes Blutabnahme- und Versandset mit Anleitung zur Präanalytik bereit. Die Arztpraxis muss über eine geeignete Zentrifuge verfügen, um die Zellbestandteile vom Blutserum zu trennen.

Nach Eingang der Probe in unserem Labor erfolgt die Analyse in der Regel innerhalb weniger Werktage. Die genaue Bearbeitungszeit kann je nach Probeneingang und Versandweg variieren.

Nein. Ein positiver M371-Test bedeutet nicht automatisch, dass Hodenkrebs vorliegt. Das Testergebnis ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis, muss jedoch immer gemeinsam mit der ärztlichen Untersuchung, Ultraschallbefunden, bildgebenden Verfahren und weiteren Laborwerten bewertet werden.

Der M371-Test gehört zu den am besten untersuchten Biomarkern für testikuläre Keimzelltumoren. In großen klinischen Studien zeigte der Test eine Sensitivität von rund 90 % und eine Spezifität von über 90 % für Seminome und Nichtseminome. Wie bei jeder medizinischen Untersuchung kann jedoch kein Test eine hundertprozentige Sicherheit bieten. Das Ergebnis muss daher immer im Zusammenhang mit der ärztlichen Untersuchung, bildgebenden Verfahren und weiteren Laborbefunden bewertet werden.

Nein. Der M371-Test ist ein ergänzendes diagnostisches Verfahren. Bildgebende Untersuchungen und die ärztliche Beurteilung bleiben weiterhin wichtige Bestandteile der Diagnostik und Nachsorge.

Der M371-Test kann die Diagnostik bei Verdacht auf Hodenkrebs und unklaren Hodenveränderungen sowie die Verlaufskontrolle nach Operation, Chemotherapie und im Rahmen der Nachsorge unterstützen.

Sie, beziehungsweise Ihr behandelnder Arzt, erhalten einen schriftlichen Befund mit dem Ergebnis der M371-Analyse. Anschließend bespricht Ihr Arzt die Bedeutung des Ergebnisses mit Ihnen und entscheidet gemeinsam mit Ihnen über mögliche weitere Untersuchungen oder Behandlungsschritte. Das Testergebnis ist dabei immer Teil der gesamten medizinischen Beurteilung und wird zusammen mit anderen Befunden bewertet.

Körperliche Beschwerden — Schmerzen, Schwellungen oder andere Auffälligkeiten — sollten direkt ärztlich abgeklärt werden. Ein Bluttest ersetzt keine klinische Untersuchung und ist für akute Beschwerden nicht geeignet.

Nächster Schritt

Was ist Ihr nächster Schritt?

Je nachdem, wonach Sie suchen, finden Sie hier den passenden Einstieg. Vom Blutabnahme-Set über Fachinformationen für Ärzte und Praxen bis hin zu unseren Kontaktmöglichkeiten und weiteren diagnostischen Angeboten.

Für Patienten

M371-Test anfragen oder Set bestellen

Sie möchten die Blutentnahme direkt bei der DHS durchführen lassen? Fragen Sie zunächst unverbindlich einen Termin an. Für die Blutentnahme in einer geeigneten Arztpraxis erhalten Sie das benötigte Set über unseren Webshop.

Für Ärzte und Praxen

Fachinformationen zum M371-Test

Fachliche Informationen zur Studienlage, den Abläufen und der diagnostischen Einordnung erhalten Sie auf unserer Ärzteseite.

Kontakt aufnehmen

Sie haben weitere Fragen?

Für weiterführende Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Nutzen Sie dafür unser Kontaktformular.

DHS Leistungsangebot

Weitere innovative Tests

Die DHS ist auf innovative Diagnostik spezialisiert. Schauen Sie sich gern unser Leistungsspektrum an.

Hinweis: Sollten Sie spezielle Fragen haben, nehmen Sie gern direkt mit uns Kontakt auf. Beachten Sie bitte, dass wir als Labor keine ärztliche Beratung durchführen dürfen.

Downloads

Alle Dokumente zum Herunterladen

Alle relevanten Unterlagen für Patienten und einsendende Ärzte stehen hier zum Download bereit.

DOKUMENT

Laboranforderungsschein v1.0

Formular zur Anforderung des M371-Tests bei der DHS — für einsendende Ärzte und Praxen.

DOKUMENT

Präanalytik-Leitfaden v1.0

Anleitung zur korrekten Probenentnahme, Aufbereitung und zum Versand.

DOKUMENT

Studienlage v4.0

Kompakte Übersicht zur aktuellen wissenschaftlichen Evidenz des M371-Tests — 21 Seiten, inkl. SWOG S1823 und CLIMATE (ASCO 2026).

DOKUMENT

Beispielbefund v1.0

Musterbefund zur Veranschaulichung des Befundformats der DHS.

DOKUMENT

Patienteninformation v1.1

Verständliche Erläuterung des Tests für Patienten — zum Mitnehmen aus der Praxis.

DOKUMENT

Antrag auf Kostenübernahme v1.0

Vorlage für Antrag auf Kostenübernahme bei GKV und PKV — inkl. ärztlichem Abschnitt.

DOKUMENT

Beispiel-Rechnung v1.0

Musterrechnung für die GOÄ-Abrechnung — sinnvoll beim Kostenübernahmeantrag.
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