Laborparameter für ME/CFS und Long COVID
ME/CFS-Patienten zeigen komplexe Symptome (häufig nach Infektion oder Impfung), für die es bislang keine einheitliche laborchemische Diagnostik gibt. Wir bieten drei laboreigene Testverfahren an, die den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusätzliche Messwerte liefern, für eine möglicherweise bessere klinische Einordnung ihrer Patienten.
Diese Testverfahren können möglicherweise die ärztliche Diagnostik ergänzen.
Was ist ME/CFS, was ist Long COVID?
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom), Long-COVID oder Post-Vac-Syndrom sind komplexe, häufig nach einer Infektion oder Impfung auftretende Erkrankungen mit Leitsymptomen wie ausgeprägter Erschöpfung und Belastungsintoleranz (Post-Exertional Malaise, PEM), die häufig mit kognitiven Einschränkungen einhergehen. Die zugrundeliegenden Mechanismen werden derzeit intensiv erforscht; eine einheitliche laborchemische Diagnostik existiert bislang jedoch nicht. Unsere Testangebote liefern möglicherweise ergänzende Messwerte zu Aspekten, die in der aktuellen Forschung diskutiert werden.
Typische Merkmale und Beschwerden bei ME/CFS
Post-Exertional Malaise (PEM)
Beschwerden können nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung zeitverzögert zunehmen und länger anhalten.
Ausgeprägte Erschöpfung und reduzierte Belastbarkeit
Alltägliche Aktivitäten können deutlich eingeschränkt sein; Ruhe führt nicht unbedingt zu ausreichender Erholung.
Kein erholsamer Schlaf
Der Schlaf bringt häufig keine ausreichende Erholung; auch der Schlafrhythmus kann verändert sein.
Kognitive Beeinträchtigungen
Konzentration, Gedächtnis, Wortfindung und Informationsverarbeitung können beeinträchtigt sein.
Orthostatische Intoleranz
Im Sitzen oder Stehen können unter anderem Schwindel, Herzklopfen und eine Zunahme weiterer Beschwerden auftreten.
Komplexe Symptomatik
Muskel-, Gelenk- oder Kopfschmerzen, grippeähnliches Krankheitsgefühl und erhöhte Reizempfindlichkeit sind häufig Begleiterscheinungen.
ME/CFS geht weit über Müdigkeit hinaus. Ausprägung, Kombination und Schweregrad der Beschwerden können unterschiedlich sein. Die Übersicht dient der Orientierung und ersetzt keine ärztliche Abklärung.
Welche Tests werden von der DHS angeboten?
Autophagie-Panel
Autophagie ist der zelluläre Mechanismus zum Abbau und Recycling geschädigter Bestandteile. Die drei Marker geben möglicherweise Hinweise auf den Zustand dieses Stressabbau-Systems.
Beclin-1 und ATG-13 sind an der Initiierung der Autophagie beteiligt, p62 dient als Substrat und akkumuliert, wenn der Abbauprozess gestört ist.
Anti-Spike-Protein-Antikörper
Während andere diagnostische Tests nur Gesamt-IgG-Antikörper gegen das Spike-Protein nachweisen, erfolgt bei uns eine Subklassen-Differenzierung. Das Verhältnis der Subklassen zueinander liefert möglicherweise weitere Hinweise auf den Charakter der Immunantwort.
IgG1 ist typischerweise mit einer akuten/entzündlichen Antwort assoziiert, IgG4 mit chronischer Antigenexposition, IgE mit einer allergisch geprägten Komponente.
Microclot-Assay
Der Assay macht Mikrogerinnsel im Citratplasma mittels Fluoreszenzfärbung mit Thioflavin T (ThT) sichtbar. Dass ThT Amyloid-Strukturen anfärben kann, ist bereits seit 1959 bekannt. Diese Mikrostrukturen werden in der aktuellen Forschung im Zusammenhang mit Mikrozirkulationsstörungen bei ME/CFS diskutiert.
Die Auswertung erfolgt bildbasiert unter dem Fluoreszenzmikroskop anhand definierter Auswertekriterien.
Zirkulierende Endothelzellen (CEC)
Der Nachweis zirkulierender Endothelzellen kann Hinweise auf Endothelschädigungen liefern. Der Test befindet sich bei uns aktuell in der Entwicklung. Anders als die übrigen Panels, die bereits entwickelt sind und sich in der laufenden Validierung befinden, ist die Probenannahme für CECs vorübergehend ausgesetzt.
Voraussichtliche Fortführung ab Oktober 2026. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald der Test wieder verfügbar ist.
Wann können die Panels zusätzliche Informationen liefern?
Die Panels ersetzen keine ärztliche Diagnostik. Sie können in folgenden Situationen zusätzliche, ergänzende Messwerte liefern.
Zur Erweiterung des klinischen Bildes
Als ergänzende Messwerte neben der klinischen Einordnung durch den behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin.
Zur Beobachtung im Zeitverlauf
Wiederholte Messungen können im ärztlichen Kontext zur Verlaufsbeobachtung herangezogen werden.
Als Ergänzung zu etablierten Laborwerten
Die Panels liefern zusätzliche, wissenschaftlich diskutierte Werte neben der Standarddiagnostik.
Im Rahmen individueller ärztlicher Abklärung
Auf Wunsch des behandelnden Arztes bzw. der behandelnden Ärztin oder auf eigene Veranlassung mit Benennung eines Arztes.
Hinweis: Die Panels sind laboreigene Testverfahren (LDT) und befinden sich in laufender Validierung. Die Interpretation erfolgt stets im Zusammenhang mit der klinischen Untersuchung durch den behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin.
Probenmaterial und Preise
Diese Leistung ist nach § 4 Nr. 14 UStG steuerfrei.
Beclin-1, p62, ATG-13
Serum (gefroren)
IgG1, IgG4, IgE gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2
Serum, EDTA-Plasma oder Citratplasma
Mikrogerinnsel, Thioflavin-T-Fluoreszenzmikroskopie
Citratplasma (Vollblut)
CEC-Nachweis (voraussichtliche Fortsetzung ab Okt. 2026)
EDTA-Blut
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Bearbeitungszeit: Wir sind um schnellstmögliche Bearbeitung bemüht, spätestens 14-21 Tage nach Probeneingang liegen die Ergebnisse vor (abhängig vom Test und dessen Verfügbarkeit). Methoden sind bereits etabliert, befinden sich jedoch weiterhin in der laufenden Validierung nach Art. 5 Abs. 5 IVDR.
Testung anfordern
Jeder Arzt kann die Testung anfordern. Ein Patient bzw. eine Patientin kann auch ohne vorherige ärztliche Verordnung den Test anfordern. Der Befund kann aus regulatorischen Gründen jedoch nur an den im Anforderungsschein benannten Arzt bzw. die benannte Ärztin übermittelt werden.
Blutabnahme bei der DHS
Wenn Sie die Blutentnahme direkt bei der DHS in Berlin durchführen lassen möchten, fragen Sie bitte zunächst einen Wunschtermin an. Voraussetzung bleibt die Angabe einer Ärztin oder eines Arztes auf dem Laboranforderungsschein, da der Befund nicht direkt an Patientinnen oder Patienten übermittelt werden kann.
ME/CFS-Blutabnahmetermin anfragen
Die Anfrage ist noch keine verbindliche Terminbestätigung. Diese erhalten Sie nach Prüfung separat per E-Mail.
Test anfordern
Sie sind Ärztin oder Arzt und wollen Tests für Ihre Patienten anfordern? Dann nutzen Sie bequem unser 2-stufiges Verfahren, um „Einsender“ zu werden. Wir stellen Ihnen das Abnahme- und Versandmaterial kostenlos zur Verfügung. Die Abrechnung erfolgt am Ende direkt mit Ihren Patientinnen bzw. Patienten.
Einsender werden → Sets anfordern →
Sie sind Patientin oder Patient und wollen die Testung in eigener Initiative beauftragen? Dann bestellen Sie diese bitte über unseren Webshop. Wir stellen Ihnen das Abnahme- und Versandmaterial postalisch zu. Achtung: Aus regulatorischen Gründen dürfen wir die Testergebnisse nur an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin übermitteln. Die Angabe eines Arztes auf dem Laboranforderungsschein ist daher eine Voraussetzung. Berücksichtigen Sie das bitte vor einer Bestellung. Für Rückfragen stehen wir Ihnen zur Verfügung.
Anforderungsschein ausfüllen
Verwenden Sie stets den aktuellsten Anforderungsschein von unserer Homepage. Sollten Sie ein Set anfordern, liegt der aktuelle Anforderungsschein bei. Ohne Beauftragung und Einwilligung vom Patienten erfolgt keine Analyse.
Ort der Laboranalyse
Die Testdurchführung erfolgt in den Laborräumen der DHS. Spätestens 14-21 Tage nach Probeneingang liegt der Befund vor.
Befundmitteilung
Aus regulatorischen Gründen darf der Befund nur an den behandelnden Arzt/Ärztin übermittelt werden. Diese(r) wird die Ergebnisse im klinischen Kontext beurteilen.
Was ist ein LDT?
Erläuterung für einsendende Ärzte/Ärztinnen und Patienten/Patientinnen.
Laboreigene Testverfahren nach Art. 5 Abs. 5 IVDR
Die hier angebotenen Untersuchungen (Autophagie-Panel, Anti-Spike-Protein-Antikörper, Microclot-Assay) sind laboreigene Testverfahren (Laboratory Derived Tests, LDT) im Sinne von Art. 5 Abs. 5 IVDR. Rechtsgrundlage für diese Eigenherstellung ist unsere Akkreditierung nach ISO 15189. Die Verfahren befinden sich in laufender methodischer Validierung; Referenzbereiche und Cut-offs sind, soweit noch nicht abschließend statistisch abgesichert, als vorläufig gekennzeichnet.
Der Befund enthält Messwerte, die verwendete Methode sowie den aktuellen Validierungsstatus. Die klinische Interpretation im Kontext des Krankheitsbildes obliegt dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin. Aus fachlichen Gründen übermitteln wir ME/CFS- und Long-COVID-Befunde ausschließlich an den benannten behandelnden Arzt bzw. die behandelnde Ärztin und nicht direkt an Patienten/Patientinnen.
Art. 5 Abs. 5 IVDR (Eigenherstellung/In-house-IVD)
ISO 15189, D-ML-22335-01-00
Nicht vorhanden
Ausschließlich behandelnde Ärzte/Ärztinnen
Was ist Ihr nächster Schritt?
Je nachdem, wonach Sie gerade suchen, finden Sie hier den passenden Einstieg.
Anforderungsschein ansehen
Formular zur Anforderung der ME/CFS- und Long-COVID-Panels.
Häufige Fragen ansehen
Antworten zu Ablauf, Kosten und ärztlicher Einordnung.
Sie haben weitere Fragen?
Wir stehen Ihnen und einsendenden Ärztinnen und Ärzten gern zur Verfügung.
Weitere Leistungen der DHS
Die DHS ist auf innovative Diagnostik spezialisiert. Weitere Tests im Überblick.
Fragen zu ME/CFS- und Long-COVID-Panels
Kurze Antworten zu Ablauf, Rechtsgrundlage und ärztlicher Einordnung.
Was ist ME/CFS bzw. Long COVID?
ME/CFS und Long COVID sind komplexe, oft post-Infektions- oder post-Vac-Syndrome (nach einer Infektion oder Impfung) mit Leitsymptomen wie ausgeprägter Erschöpfung, Belastungsintoleranz (PEM) und kognitiven Einschränkungen. Die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen werden derzeit intensiv erforscht; eine einheitliche laborchemische Diagnostik existiert bislang nicht.
Sind das anerkannte diagnostische Tests?
Es handelt sich um laboreigene Testverfahren (LDT) nach Art. 5 Abs. 5 IVDR auf Basis unserer ISO-15189-Akkreditierung, die sich in fortlaufender methodischer Validierung befinden. Referenzbereiche können vorläufigen Charakter haben. Die klinische Einordnung erfolgt durch den behandelnden Arzt.
Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?
Nein, es handelt sich um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die privat zu zahlen ist und nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.
Brauche ich eine ärztliche Verordnung?
Sie können die Untersuchung auch ohne vorherige ärztliche Verordnung in Auftrag geben. Dabei benennen Sie einen behandelnden Arzt bzw. eine behandelnde Ärztin, an den bzw. die der Befund übermittelt wird. Aus fachlichen Gründen versenden wir ME/CFS- und Long-COVID-Befunde ausschließlich an Ärzte/Ärztinnen, nicht direkt an Patienten/Patientinnen.
Wie läuft die Probenentnahme ab?
Benötigt werden ein Serum-Röhrchen (Autophagie-Panel und Anti-Spike-Protein-Antikörper) bzw. ein Citrat-Röhrchen (Microclot-Assay). Die Blutentnahme kann nach separater Terminbestätigung direkt bei der DHS in Berlin erfolgen. Hier können Sie den Termin unverbindlich anfragen. Alternativ erfolgt sie bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, einer Blutentnahmestelle oder examiniertem Pflegepersonal. Details zur Vorbereitung und zum Versand finden Sie auf dem Anforderungsschein. Auch bei einer Blutentnahme bei der DHS muss dort eine behandelnde Ärztin oder ein behandelnder Arzt angegeben werden.
Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?
Wir sind um schnellstmögliche Bearbeitung bemüht, spätestens jedoch 14-21 Tage nach Probeneingang liegt der Befund vor.
Was passiert mit meiner Probe nach der Analyse?
Verbleibendes Material kann anonymisiert für Qualitätssicherung, Testentwicklung und wissenschaftliche Fragestellungen weiterverwendet werden. Sie können dem jederzeit formfrei per E-Mail an datenschutz@dhs-lab.de widersprechen; die Probe wird dann vernichtet.
Was bedeutet ein auffälliges Ergebnis?
Das Labor stellt keine Diagnose und spricht keine Therapieempfehlung aus. Der Befund enthält Messwerte und den Validierungsstatus der Methode; die Einordnung in den klinischen Kontext übernimmt ausschließlich Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre behandelnde Ärztin, an den bzw. die der Befund übermittelt wird.
Wo werden die Untersuchungen durchgeführt?
Die Analyse erfolgt am akkreditierten Laborstandort der DHS – Diagnostic HealthCare Solutions GmbH, Robert-Koch-Platz 4, Berlin. Ihre Probe schicken Sie an unsere Versandadresse Nazarethkirchstr. 50, 13347 Berlin.
Was unterscheidet die drei Panels inhaltlich?
Die Panels adressieren unterschiedliche, in der aktuellen Forschung diskutierte Aspekte: das Autophagie-Panel misst Marker des zellulären Stressabbaus, die Anti-Spike-Protein-Antikörper die Antikörperantwort gegen das Spike-Protein, der Microclot-Assay Mikrogerinnsel im Blut. Alle drei liefern Messwerte im Rahmen eines laufend validierten Testverfahrens – keine Diagnose und keine Aussage zu Therapieoptionen.
Sind die Tests zu zirkulierenden Endothelzellen (CEC) verfügbar?
Die CEC-Bestimmung befindet sich aktuell in der Entwicklung, nicht in der laufenden Validierung wie die anderen Panels, und wird voraussichtlich ab Oktober 2026 fortgeführt.
Alle Dokumente zum Herunterladen
Relevante Unterlagen für Patienten/Patientinnen und einsendende Ärzte/Ärztinnen. Weitere Unterlagen befinden sich in Vorbereitung und werden hier ergänzt.
Laboranforderungsschein v2.4
Formular zur Anforderung unserer Laboranalysen, inkl. Einwilligungserklärung und Anweisung zur Präanalytik.
Marktäquivalenz-Begründung
Öffentliche Begründung nach Art. 5 Abs. 5 lit. d IVDR. Frist: 31.12.2030. Noch nicht final abgestimmt.
Patienteninformation zu LDT
Verständliche Erklärung zu laboreigenen Testverfahren (LDT) für Patientinnen und Patienten.
Transparenzerklärung
Freiwillige Erklärung aus Transparenzgründen vor der Konformitätserklärung nach Art. 5 Abs. 5 lit. f IVDR.